Sakrale Bauten

Die Pfarrkirche St. Anna

Die in der Ortsmitte in den Jahren 1776 bis 1782 errichtete und 1803 konsekrierte Pfarrkirche ist der hl. Anna geweiht. Der Bau wurde bis zum heutigen Tag mehrmals renoviert aber nicht grundlegend geändert. Der schlichte Spätbarockbau ist 32 Meter lang, an der engsten Stelle 10 Meter und im Bereich des Sanktuariums 15 Meter breit. Die Höhe des Tonnengewölbes beträgt 14 Meter. Das Presbyterium ist in Dreikonchenform errichtet, An das zweijochige Langschiff schließt das Turmjoch mit einer Empore des Musikchores an. An die Apsis ist die Sakristei angebaut. Der Fassadenturm trägt einen Pyramidenhelm. Im Westportal befindet sich die Inschrift 1782, also das Jahr der Fertigstellung des Baues.

Hochaltar

Sehr einfach. grünlich marmorierte Steinmensa in Sarkophagform. Reliquien von hl. Benedikt, hl. Fortunatus und hl. Renovatus. Ausgebauchter Rokokotabernakel. An der Wand befindet sich ein großes Altarbild mit hl. Anna und Maria in geschweiftem weißgefassten Rahmen (um 1780, einfach), seitlich Engel und oberhalb ein Auge Gottes in Strahlenkranz. Altarbild: Die Hl. Anna führt Maria in den Tempel (um 1780). Das vergoldete Altarkreuz stammt aus dem Jahr 1929 und trug seit der Elektrifizierung der Kirche bis in die 60er Jahre einem Strahlenglanz mit Glühlämpchen.

Seitenaltäre

In den Konchen: Rechts grünlich marmorierte, sarkophagähnliche Steinmensa. Kleiner Tabernakel. Altarbild: Maria mit dem Kinde. (um 1780). Drei Engel mit Marienmonogramm in Strahlenkranz. Links ohne Tabernakel (Hl. Florian), Aufsatz mit Christusmonogramm.

Altarraum

Im Jahr 2001 wird der Altarraum umgestaltet. Altartisch, Ambo und Taufbrunnen sowie die Stühle für Priester und Ministranten werden neu angeschafft.

Kanzel

Holz. Muldenförmiger Boden, vierseitige Brüstung mit zwei grisailenartig gemalten Bildern. Christus im Tempel predigend und Christus mit Samariterin. Vierseitiger Schalldeckel mit abgeschrägten Ecken. Darüber Christusfigur. Einfach, aus der Erbauungszeit.

Weihbrunn

Steinerner Weihwasserkessel. Inschrift GVDW 1614. Stammt aus der abgerissenen Annakirche im Friedhof.

Orgel

Es handelt sich um ein von Deutschmann ursprünglich 1778 gebautes und 1794 vom Wiener Orgelbauer Gottfried Mallek gegen Aufzahlung von 365 Gulden abgeändertes spätbarockes Kulturgut. Sie besteht aus einem dreiteiligen Gehäuse. Sie hat acht Register und 465 Orgelpfeifen und Pedale. Restaurierungen 1973 und 1999. Während des Ersten Weltkrieges 1917 sind ihr bei der Buntmetallsammlung lediglich 25 Prospektpfeifen entnommen worden.

Skulpturen

1. Schöne, vergoldete Barockmadonna mit Kind am Orgelvorbau, um 1700.
2. Schmerzensmutter mit Stoffgewand, in verglastem Schrein mit abgeschrägten Seiten, Voluten und Rocailledekor, volkstümlich. Diese Mater dolorosa wurde angeblich nach Aufhebung des Servitenklosters in Loretto 1787 hierher gebracht. 3. Steinfigur der Hl. Anna und Maria, mehrfarbig gefasst, primitiv. Aus der Erbauungszeit. Früher unter einem Baldachin auf Säulen.

Wandmalerei

1929 werden im Zuge der Malerarbeiten im Kircheninneren auch Secci in das Gewölbe gemalt: Im Sanktuarium die vier Evangelisten, in der Apsis über dem Auge Gottes ein weißbärtiger Gottvater (mittlerweile entfernt) und im Langhaus die Bibelszenen „Die Sünderin“ und der „ungläubige Thomas“. In den Gurtenbogen der Hauptapsis ist das Matthäus-Wort in Kroatisch zu lesen: PAZITE, VIROSTUJTE I MOITE AR NEZNATE KADA JE DOBA.

Tafelbilder

1. Ein 14-Nothelferbild über Südportal, um 1700.
2. Der Gekreuzigte, Kopie nach van Dyck .
3. Kreuzweg, von Anton Ertl aus Ödenburg gemalt, 1896 konsekriert, sehr primitiv, unter Pfarrer Strommer restauriert und neu gefasst.

Glasfenster

In den drei Konchen befinden sich farbige Glasfenster: zwei mit Engelmotiv vorne, links: Hl. Anna mit Maria, rechts: Hl. Josef mit Jesukind, alle aus 1929 mit Angabe der Stifter. Im Hauptschiff links: Fenster mit Herz-Jesu-Motiv aus 1940.

Kelche

1. Silber, ganz vergoldet. Wiener Beschau vom Jahre 1685. Höhe 29 cm. Einfach.
2. Silber, teilweise vergoldet. Wiener Beschau vom Jahre 18(3)0.
3. Kupfer, ganz vergoldet. Einfache Arbeit. 18. Jhdt. 23 cm hoch.
4. Monstranz: Kupfer, ganz vergoldet. Höhe 61,5 cm. Gute Arbeit aus der Mitte des 18. Jahrhunderts. Moderne Ergänzungen.

Reliquienkreuz, Kreuzpartikelmonstranz, monstranzförmiges Reliquiar

Reliquienkreuz: Silber, ganz vergoldet, Höhe 21,5 cm. Gute Arbeit aus dem Anfang des 16. Jahrhunderts. (Möglicherweise ist es sogar noch weiter zurück zu datieren, denn wir kennen ähnliche Arbeiten, die auch aus der selben Werkstatt stammen dürften, es sind dies ein Kelch in Klingenbach und ein zweiter in Mörbisch aus 1485, es sind alles Stücke ohne Marken, sodass eine Herkunftsbestimmung nicht möglich ist.)

Kreuzpartikelmonstranz: Messing, ganz vergoldet. 23 cm, schwach, Mitte 18. Jahrhundert.

Monstranzförmiges Reliquiar: (hl. Anna) Messing, versilbert. 23 cm. Schwach. 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts.

Ampeln und Messgewänder

Ampeln: 3 Stück, Metall versilbert, frühklassizistisch.
Messgewänder: 2 Kaseln und ein Ornat aus dem 18. Jhdt.

Glocken

Außer dem alten Zügenglöcklein (1535) wissen wir noch Genaueres über eine große Glocke (1792, Josef Schweiger, Wiener Neustadt), die wegen ihres unschönen Klanges 1852 eingegossen, bei Friedrich Seltenhofer in Ödenburg neu gegossen und durch den Abt des Neuklosters in Wiener Neustadt 1854 der Hl. Anna geweiht wurde. Sie war von Joseph Ludwig gespendet worden und wog 600 kg. Eine 368 kg schwere Glocke, die den Heiligen Florian und Donatus geweiht war, stammte aus der Gießerei Franz Mahr in Ödenburg. Eine kleine Glocke spendete im Jahre 1854 Franz Prieler, Müller in Trausdorf, eine Arbeit der Werkstatt Ignaz Hilzer in Wiener Neustadt, dem Hl. Franziskus geweiht. Außer dem Zügenglöcklein wurden im Ersten Weltkrieg alle Glocken abgeliefert.1926 wurden 2 neue Glocken (Annaglocke 450 kg, Florianiglocke 150 kg) bei Pfundtner in Wien angeschafft. 1942 sollte das Zügenglöcklein mit den anderen beiden Glocken wieder weggeschafft werden, doch die Hornsteiner wehrten sich sehr. Trotzdem heimlich weggeschafft, wurde es nach Kriegsende im Erzbischöflichen Palais in Wien wieder entdeckt und im Triumphzug nach Hornstein gebracht. Nach dem 2. Weltkrieg spendete ein Heimkehrer eine 550 kg schwere Glocke mit der Aufschrift: „Denen, die nicht wiederkamen. Von einem Kameraden". Der anonyme Spender dürfte der Wirt Franz Bauer gewesen sein. Anlässlich der 700-Jahrfeier Hornsteins wurden nun weitere drei Glocken gekauft, eine 256 kg schwere Christkönigsglocke, eine 125 kg schwere Glocke, Maria, der Schutzfrau Österreichs geweiht, die dritte Glocke hat nur ein Gewicht von 110 kg und ist Josef, dem Arbeiter, gewidmet. Die beiden ersteren kommen aus der Gießerei Pfundtner, Wien, die letztere aus der Werkstatt Graßmayer, Innsbruck.

Friedhofskapelle

Bereits 1674 berichtet Domherr Kasza in seinem Visitationspapier, dass in der Friedhofskapelle an gewissen Tagen Messopfer gefeiert werden. Der Spätbarockbau mit geschweiftem Giebel und Satteldach liegt an der oberen Friedhofsmauer. Im Giebelfeld befindet sich eine Mauernische mit einer Steinfigurgruppe, Maria Krönung darstellend. Eine breite Segmentbogentür führt in das Innere der sehr kleinen Kapelle mit einfacher Steinmensa und einer in den Boden eingelegten Grabplatte 1655 verstorbener Zwillinge. Der Text lautet: FERDINAND • ADAM / PAD • UND • EVA • CH / RISTINA • BEIDE • GESC / HWISTRIGT • LIGEN / HIE BEGRABEN SO / DEN 1 9BRIS 1655 / ZWISCHEN 10 VND 11 UHR • VORMITAGS / GEBOHRN VND / SELBIGE • STUNDT / WIDER • GESTOR / BEN • SEINDT •
Wenn es sich um eine Kindergruft handelt, würde die Kapelle um 1655 gebaut worden sein. Wurde nur die Grabplatte verwendet, ist die Errichtung später anzusetzen. Auch könnte die Grabplatte aus der Friedhofskirche stammen.

Theresienkapelle

Die Bezeichnung Theresienkapelle hat nichts mit der hl. Theresia zu tun, sondern mit den Stiftern. Das geht aus der Inschrift an der Stirnwand hervor: Zu Ehren / unserer lieben / Frau / erbaut von Franz und / Theresia Stefanich / 1877. Die neugotische Kapelle wurde im Jahre 1875 nach Plänen von Josef Stütz erbaut, 1876 geweiht und 1956 restauriert. Im Giebelfeld über dem Portal befindet sich in einer Nische eine übermalte Marienstatue aus Weidenholz.
An dieser Stelle am Beginn der Pottendorfer Straße befand sich bereits eine vom Bäcker-meister Josef Waldhütter im Jahr 1847 errichtete Kapelle zu Ehren der Jungfrau Maria. Es fehlte ein Stiftungspapier, sodass anzunehmen ist, der Erbauer habe zu Lebzeiten diese Kapelle gepflegt. Seine Erben dürften sie jedoch verfallen haben lassen.
Für den Bau der neuen Kapelle hat das Ehepaar Franz Stefanich und Theresia (geb. Auer), wohnhaft im Haus Nr.42, nicht weniger als 3.068 Gulden aufgebracht und zusätzlich 500 Gulden für deren Erhaltung gestiftet.

Hubertuskapelle

Diese Kapelle am Waldrand im Feldried Lodischäcker wurde von der Hornsteiner Jagdgesellschaft unter Franz Mezgolits 1986 in Eigenregie errichtet. Dr. Paul Esterhazy hat das Grundstück kostenlos zur Verfügung gestellt. Am 22. November dieses Jahres wurde sie von Ortspfarrer Kanonikus Karl Gregorich geweiht. Der Ziegelbau mit Satteldach, offenem Kapelleneingang, Steinaltar und einem farbigen Glasfenster, in welchem der hl. Hubertus dargestellt ist, steht auf einer mit einem Holzzaun eingefriedeten Grünfläche. Einmal im Jahr rund um den Hubertustag findet hier ein Gottesdienst statt.

Dreifaltigkeitskapelle

Der einfache rechteckige Bau mit Tonnengewölbe und abgewalmtem Satteldach, einer Steinmesea sowie einem Hochrelief, die Krönung Mariä darstellend, wurde 1685 von der Leithaprodersdorfer Familie Eibeck errichtet. Es ist heute noch eine Gedenkstätte, die an den Türkeneinfall 1683 erinnern soll. Damals versteckten sich Bewohner der umliegenden Ortschaften, darunter auch viele Hornsteiner, im Wald des Leithagebirges, vor allem im Teufelsloch (Sulzberghöhle). In der „Mrzla graba“, wo heute die Kapelle steht, fanden sich die Flüchtlinge zum gemeinsamen Abendgebet ein. Obwohl auf Leithaprodersdorfer Hotter unweit von Loretto gelegen, lebt mit dieser Kapelle noch heute die Tradition in Hornstein, am Dreifaltigkeitssonntag in die „Mrzla graba“ zu einem Gedenkgottesdienst zu pilgern.

Aufbahrungshalle

Die Aufbahrung der Toten in Sargzellen, die Abhaltung der Gebetsstunden und Seelenmessen finden seit dem 8. Oktober 1967, dem Tag der feierlichen Einweihung durch den Orspfarrer Karl Gregorich in der Bestattungshalle beim Friedhof statt. Mit dieser Aufbahrungsstätte für die Verstorbenen hat der Gemeinderat unter Bürgermeister Gottfried Szinovatz nicht ohne Widerstand von Ortsbürgern der mit altem Totenbrauchtum verwobenen Hausaufbahrung ein Ende gesetzt. 2002 wurde die Aufbahrungshalle gründlich saniert und mit einem Dachvorsprung versehen. Der ursprünglich offene Turm wurde durch einen geschlossenen mit Pyramidenhelm ersetzt, in dem sich eine 70 kg schwere Glocke mit der Aufschrift „Den Toten! Von der Gemeinde.“ befindet.

Nicht mehr vorhandene Sakralbauten

Alte Annakirche

Die erste Hornsteiner Pfarrkirche wird 1363 auf dem Hang des Burgberges errichtet und zwar im oberen Teil des heutigen Friedhofes. Bei Grabaushubarbeiten hat man Mauerreste entdeckt. In beiden Türkenkriegen ist sie zerstört und danach wiederaufgebaut worden. 1876 bis 1882 wird sie abgetragen. Teile des Materials werden für den Neubau der Pfarrkirche verwendet.

Dorfkapelle

Eine Kapelle in der Dorfmitte wird erstmals 1599 erwähnt. Sie dürfte wegen der zu weit entfernten Pfarrkirche auf dem heutigen Kirchenplatz errichtet worden sein. Daher war auch das Altarsakrament in dieser Kapelle mit Turm, Glocke und später einer Uhr untergebracht. Auch diese Kapelle wurde bei den Tatareneinfällen arg in Mitleidenschaft gezogen. Als beide Gotteshäuser die Gläubigen nicht mehr fassen konnten, errichtete man knapp oberhalb dieser Kapelle, die auf einem Keller stand, die heutige Pfarrkirche. Auch sie lieferte für den Neubau Material. Der Pfarrkeller, auf dem die Kapelle errichtet worden war, blieb bis 1952 bestehen und wurde wegen der Neugestaltung des Kirchenplatzes geschliffen.

Josephikapelle

Von der dem Hl. Josef 1626 geweihten Kapelle auf dem Burgberg wissen wir, dass Soldaten (Septimanis) hier Gottesdienste abhielten und auch Ziel von Prozessionen aus Eisenstadt, Großhöflein, Müllendorf, Stinkenbrunn, Ebenfurth und Pottendorf war. Nach dem Türkeneinfall 1683 wurde neben Anna-Kirche und Dorfkapelle auch die Josephikapelle verwüstet, aber nicht mehr aufgebaut.

Hauskapelle

In der ehemaligen Steiner-Villa, dem heutigen Haus in der Rechten Hauptzeile 34 (Probst-Haus), ist während der Bauzeit der neuen Pfarrkirche (1776-1782) der Pfarrhof mit einer Hauskapelle untergebracht gewesen. Spätere Renovierungsarbeiten an diesem Haus haben einen Durchgang von der Einfahrt in einen gewölbten Raum mit dunkelblauem Maueranstrich freigelegt. Dabei kann es sich um diese Hauskapelle gehandelt haben. Auf alten Fotos erkennt man in der Fassade eine Nische mit Marienstatuette, welche jedoch entfernt wurde.