Die erste hundertjährige Hornsteinerin

Am 21. Juni 2016 feierte Frau Paula Klingesberger Ihren 100. Geburtstag.
Laut Zahl 33/1916 im Geburtenbuch der Marktgemeinde Hornstein am 21. Juni 1916 geboren, wurde sie erst am 26. Juni angemeldet. Als Mutter ist Maria König, (30.8.1892), im Haushalt beschäftigt, angegeben. Am 5. Oktober 1918 legitimierte der natürliche Vater Paul Matkovits (8.6.1892), Kleinbauer, das Kind durch die Hochzeit mit der Kindesmutter.
Paula Matkovits wuchs in ihrem Elternhaus Nr. 48 (heute Linke Hauptzeile 44) auf, besuchte 7 Klassen der Hornsteiner Volksschule von 1922 bis 1929 und beschloss ihre Schulpflicht mit 3 Klassen der Hauptschule in Pottendorf, die sie wie ihre Schulkollegen aus Hornstein zu Fuß besuchte.
Von 1933 an absolvierte sie 4 Jahrgänge der Lehrerinnenbildungsanstalt in Steinberg gemeinsam mit ihrer Freundin Paula Kopinits, geb. Fister (6.1.1917-29.8.2011) und bestand am 16.6.1936 die Reifeprüfung für Volksschulen. Anschließend unterrichtete sie im Schuljahr 1936/37 als Probelehrerin an der Volksschule Nebersdorf und im Schuljahr 1937/38 als Hilfslehrerin an der Volksschule Zillingtal.
Von 1938 bis 1942 war sie Lehrerin an der katholischen Volksschule in Grottkau, Regierungsbezirk Oppeln in Oberschlesien, wo sie auch 1941 ihre Befähigungsprüfung für Volksschulen absolvierte. Im Schuljahr 1942/43 war sie Lehrerin an der Volksschule in Glasendorf, Kreis Grottkau in Oberschlesien. 1943 kehrte sie ins Burgenland zurück und unterrichtete an der Volksschule Winden, wo sie auch provisorisch die Schule leitete.
1952 besuchte sie den Lehrgang zur Ausbildung von Sonderschullehrern in Wien und schloss ihn am 7.11.1952 mit der Befähigungsprüfung ab. Von 1951 bis 1957 unterrichtete sie als Sonderschuloberlehrerin an der Sonderschule für schwachbefähigte Kinder in Wimpassing an der Leitha.
Nach ihrer Eheschließung mit Dipl. Ing. Hans Klingesberger am 29. Dezember 1953 in Mariazell ließ sie sich 1957 nach Mödling versetzen, da ihr Ehemann an der HTL in Mödling unterrichtete. Dort blieb sie bis zu ihrer Pensionierung. Nach dem Tod ihres Ehemanns kehrte sie in ihr Elternhaus nach Hornstein zurück.
Ihren 100. Geburtstag feierte sie in bester Gesundheit. Nach eigenen Worten hört sie schon schlecht und vergisst immer wieder Kleinigkeiten; sie genießt aber ihr Leben in Würde und Zufriedenheit.
Am 18. September 2017, nach einem ereignisreichen und erfülltem Leben, hörte ihr Herz zu schlagen auf.
Sie wurde am 23. September im Familiengrab auf dem Ortsfriedhof ihrer Heimatgemeinde Hornstein bestattet.