Der Friedhof

Die Gräberanlage

Bereits in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts wird erwähnt, dass der Friedhof rund um die alte Pfarrkirche liegt und von einer Mauer umschlossen ist. 1831 wird der Friedhof neu angelegt und 1910 die bereits halb verfallene Umgrenzungsmauer instand gesetzt. Eine weitere Renovierung erfolgt 1925 gleichzeitig mit einer Erweiterung. Im Jahr 1930 geht er grundbücherlich in das Eigentum der Gemeinde über. Die nächste Vergrößerung erfolgt 1968, ein Jahr nach Errichtung der Aufbahrungshalle. Im höchstgelegenen Teil des Friedhofes wurde ein Urnenhain eingerichtet.

Der Karner

1651 wird bereits die Existenz eines Beinhauses oder Karners erwähnt. Die heutige Form deutet auf eine behelfsmäßig aufgebaute Beinstätte nach der Auflassung des ursprünglichen Karners hin und stammt eindeutig aus viel späterer Zeit. Es ist ein roher Steinbau mit quadratischem Grundriss und einem pyramidenartigen Steinhelm, der an der Spitze mit den Resten einer Kreuzblume abgeschlossen ist. Unterirdisch soll nach wie vor ein Gewölbe des ursprünglichen Ossariums mit aufbewahrten Gebeinen vorhanden sein.

Friedhofskapelle (siehe Sakralbauten)

Friedhofskreuze

Pfarrer Geza Horvath führt das Vorhandensein von drei zentralen Friedhofskreuzen darauf zurück, dass der Friedhof mehrmals erweitert wurde und die Kreuze immer auf ihrem Standort stehen blieben.
Das Cholerakreuz, errichtet am 28. August 1831 unter Pfarrer Gollovich, geweiht vom Eisenstädter Dompropst Philippus Frankl, zeigt eine auf abgefasstem Pfeiler vorkragende Deckplatte mit einem kreuztragenden Christus.

Das Kruzifix mit Engeln und schmerzhafter Muttergottes auf Wolkenthron und Dekor steht auf einem sich nach oben verjüngendem Vierkantpfeiler mit Früchtekapitell und stammt aus dem 1. Viertel des 19. Jahrhunderts.

Beim dritten Friedhofskreuz aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wird ein einfacher Vierkantpfeiler mit doppelter Deckplatte auf einem abgetreppten Sockel von einem Kruzifix gekrönt.

Soldatengräber

1. Weltkrieg: Nur eine Tafel in der Friedhofsmauer erinnert an jene Soldaten (Sappeure) des Ersten Weltkrieges, die bei einer Explosion im Minenwerferlager an der Wienerstraße zu Tode kamen. Während ein orthodoxer Serbe innerhalb der Anlage bestattet wurde, erhielten die Muslime aus der Türkei nur außerhalb des Friedhofes ein Gemeinschaftsgrab.
2. Weltkrieg: Am 27. Mai 1945 wurden 13 rund um Hornstein gefallene sowjetische Soldaten in Ehrengräbern auf dem Gemeindefriedhof beigesetzt. Ehemalige NSDAP-Mitglieder hatten, teilweise in Nachtschichten, unter der Aufsicht von Maurermeister Ludwig Wolf eine separate Anlage an der Südmauer des Friedhofs errichtet. Die Gedenktafel trägt die russische Inschrift: „In Tapferkeit tödlich umgekommen im Kampf gegen die deutsch-faschistischen Eindringlinge für Ehre, Freiheit und Unabhängigkeit der Sowjetunion!“ Ein mächtiger roter Sowjetstern aus Beton auf der Mauer prangte über dieser Gräberanlage. Dieser wurde Jahre später entfernt. Am 18. April 1948 fand anlässlich des dritten Jahrestages der Befreiung Österreichs an der Totenstätte der Sowjetsoldaten eine Feierstunde statt. Nach der Exhumierung der Gefallenen wurde die Grabanlage verkleinert und baulich vereinfacht.