Burg Hornstein

Stefan Laczkfi

Stephan Laczkfi, eigentlich Stjepan II. Lacković, Ban von Kroatien, Slawonien und Dalmatien, war auch Palatin von Ungarn, Herr von Keszthely, Gespan von Zala, Veszprém und Győr. Er unterstützte König Ludwig den Großen (Nagy Lajos) zusammen mit Konrad Wolfurt in zwei Feldzügen im Krieg um Neapel. Nach dem Tod König Ludwigs unterwarf er sich allerdings nicht dessen Tochter Maria und ihrem Ehemann König Sigismund und wurde daher 1397 ermordet.

Über die Befestigung in Hornstein hören wir erstmals 1340/41, als Stephan Laczkfi einen Brief "bei Errichtung der neuen Burg" datierte. Wenig später schrieb König Ludwig I. in einer Schenkungsurkunde an Laczkfi, dass dieser "an der Grenze Österreichs einen Berg, den die Deutschen hielten, eroberte und nach dessen Besetzung die Burg Hornstein gegen die Deutschen erbaute." Aus diesen Stellen kann man schließen, dass vor der von Laczkfi erbauten neuen Burg bereits eine alte Befestigung existierte, die er den Österreichern im Feldzug von 1336 abnahm. Bei der alten Befestigung handelte es sich noch um keine Burg im wahrsten Sinn des Wortes, denn die Urkunde spricht nur von "quendam montem", einem Berg, sodass man sich eine ältere Erdbefestigung mit hölzernen Wehren vorstellen muss. Da sich im 13. Jh. das alte ungarische Verteidigungssystem an der Westgrenze als völlig überholt erwiesen hatte, begann man Höhenburgen anzulegen, und Hornstein wurde auf Grund seiner strategisch außerordentlich wichtigen Lage am Westende des Leithagebirges, wo die wichtige Straße Wien-Ödenburg verlief, bald ein wichtiger Pfeiler der ungarischen Grenzverteidigung. Die Straße über Hornstein war insoferne von Bedeutung, als im Mittelalter der Weg des bedeutenden levantinischen Handels von Venedig nach Wien des schwierigen Geländes wegen nicht über den Semmering, sondern der alten Römerstraße folgend über Steinamanger, Güns nach Ödenburg ging. Von Ödenburg führte eine Abzweigung über Hornstein und Wimpassing nach Wien.


Familie Wolfurt

Zunächst blieb Hornstein in unmittelbarer königlicher Gewalt, und ein Kastellan versah die militärische und wirtschaftliche Verwaltung: 1352 wurde Johann Fondormel als Burgkommandant genannt. Aber schon kurz danach, 1359, befand sich die Burg Hornstein im Besitz der Familie Wolfurt. Konrad VIII. Wolfurt stammte aus Vorarlberg und erhielt von König Ludwig I. für seine Verdienste in den beiden neapolitanischen Feldzügen die Obergespanswürde im Komitat Wieselburg. Als Repräsentant des Königs und höchster Beamte des Komitats gelang es ihm, verschiedene königliche Besitzungen in sein Privateigentum zu bekommen, so auch das Schloss Kittsee und die Burg Hornstein. 1363 trat er dem jüngsten seiner vier Brüder, Eglolf III., seine Rechte als Inhaber der Burg ab. Dieser verkaufte sie schließlich um das Jahr 1365 an die Familie Kanizsai, da er in seine Heimat Vorarlberg zurückkehren wollte.

Familie Kanizsai

Die Bildung der Herrschaft Hornstein erfolgte erst unter der Familie Kanizsai, die Hornstein 1365 von Eglolf von Wolfurt kaufte. Die neuen Herren, die Brüder Stephan III. und Johann XII. von Kanizsa, gehörten einem der bedeutendsten Geschlechter Ungarns an. In den dalmatinischen Feldzügen Ludwigs des Großen gegen Venedig 1345 erreichten beide als Feldherren großen Ruhm. Die Kanizsai waren bestrebt, die wirtschaftliche Entwicklung ihrer Besitzungen und Untertanen zu fördern, und ihre hervorragende Stellung in der Politik Ungarns verhalf ihnen hier zu manchem Vorteil. So erlangte Bischof Stephan 1372 von König Ludwig dem Großen ein Weinausfuhrprivileg nach Böhmen, Mähren und Polen für seine Hornsteiner Untertanen. Dieses Privileg brachte für die Bevölkerung der Hornsteiner Herrschaft ungeahnte Vorteile, war doch der Wein in der damaligen Zeit die Haupteinnahmequelle der Bauern. Das Weinausfuhrprivileg von 1372, das König Sigismund 1395 und 1396 neuerlich bestätigte, dürfte den Grundstein gelegt haben für den regen Handel nach den Ländern der böhmischen Krone, der in den folgenden Jahrhunderten ein wesentlicher Zweig der westungarischen Wirtschaft war. Die drei Söhne Johanns, die das Erbe in Hornstein antraten, setzten den Weg, den ihnen ihr Onkel Stephan vorgezeichnet hatte, fort. Bei Hof erzogen, hatten sie erfahren, dass einzig die Beteiligung an der Politik ihnen Reichtum und mit dem Reichtum Macht und Ansehen bringen könne.

Johann XIV. von Kanizsai

Ludwigs Schwiegersohn und Nachfolger König Sigismund, der bestrebt war, seinen umkämpften Thron mit Personen seines Vertrauens zu umgeben, ernannte Johann 1387 zu seinem Kanzler. Bis zu seinem Tode im Jahre 1418 war Johann nicht nur der bedeutendste Kirchenfürst Ungarns, sondern auch einer der wichtigsten Berater seines Königs, und als Sigismund die Kaiserkrone des Heiligen Römischen Reiches erwarb und sich immer mehr in die Angelegenheiten des Reiches und der Kirche verstrickte, der "geheime Regent" Ungarns.


Eisenstadt

Selbstverständlich wirkte sich die hervorragende Stellung der Kanizsai auch auf ihre Besitzungen und Untertanen aus. Binnen weniger Jahrzehnte erwarben sie um den Herrschaftsmittelpunkt Hornstein, nach dem sie bald das Adelsprädikat "de Zarwkew" (= Szarvkő, Hornstein) führten, weite Gebiete westlich und südlich des Leithagebirges. Gegen Ende des 14. Jahrhunderts teilten sie diese ausgedehnte Herrschaft in zwei Teile, um sie besser verwalten zu können, und schufen in Eisenstadt, das bisher zu Hornstein gehört hatte, einen neuen Mittelpunkt. Hier erbauten sie sich auch eine neue Residenz, nachdem die Höhenburg Hornstein, die in erster Linie als Festung angelegt worden war, den Wohnansprüchen der reichen und angesehenen Familie nicht mehr ganz genügt haben dürfte. Hornstein blieb aber auch weiterhin eine der bedeutendsten Burgen an der Westgrenze Ungarns und die Kanizsai führten auch weiter ihren Namen als Adelstitel.


König Sigismund und Oswald von Wolkenstein

Stephan IV. Kanizsai, der sich 1413 "Graff Stephan zu dem Harrenstain" nannte und so zum ersten Mal den deutschen Namen der Burg verwendete, dürfte sich Hornstein besonders verbunden gefühlt haben. Er dürfte längere Zeit hier gewohnt haben. Die Jagd in dem waldreichen Leithagebirge und in den Leithaauen brachte oft bedeutende Persönlichkeiten als seine Gäste hieher, und 1425 war sogar Kaiser Sigismund Jagdgast auf der Burg zu Gast. Hier schrieb er am 14. Februar einen Geleitbrief für den Südtiroler Minnesänger Oswald von Wolkenstein zu einem Treffen mit Herzog Friedrich IV. von Tirol nach Wien. Am 17. Februar 1425 unterschrieb er den Friedensvertrag von Hornstein, in welchem er Herzog Friedrich seine Besitzungen in Tirol, der Schweiz und Deutschland zurückstellte.

Grenzkämpfe mit Österreich

In dieser Zeit setzten lang andauernde Grenzkämpfe zwischen österreichischen und ungarischen Grundherren ein. Raubzüge von beiden Seiten forderten in dem Grenzgebiet an der Leitha riesige Opfer unter der Bevölkerung. So fiel 1407 der Burgkommandant von Hornstein namens Lintzer, den der berühmte Geschichtsschreiber jener Zeit, Thomas Ebendorfer, in seiner "Chronica Austriae" wenig schmeichelhaft als "depopulator viarum publicarum", also als Straßenräuber, bezeichnet, in Niederösterreich ein und plünderte und brandschatzte die Umgebung von Wiener Neustadt, das damals zur Steiermark gehörte. Wenig später schlugen die Österreicher zurück und verheerten die Dörfer der Kanizsai. Erst mit der Aussöhnung zwischen den Habsburgern und Sigismund, die mit der Verehelichung Herzog Albrechts V. mit der Erbtochter des ungarischen Königs 1411 besiegelt wurde, trat wieder eine friedliche Phase ein. Die letzten Regierungsjahre Sigismunds und jene Albrechts, der Österreich und Ungarn zum ersten Mal in einer Hand vereinigte, brachten für die westungarischen Grenzgebiete und damit auch für Hornstein eine Phase friedlichen Aufbaus.

Friedrich III.

Doch schon 1439 starb Albrecht, und sein Tod stürzte Ungarn in eine Flut schwerer innerer Auseinandersetzungen. Während nämlich ein Teil des ungarischen Adels die junge Königinwitwe Elisabeth und ihren erst nach dem Tod seines Vaters geborenen Sohn Ladislaus als Herrscher anerkannte, wählte ein anderer Teil der ungarischen Großen angesichts der Türkengefahr den Polenkönig Wladislaw zum König. Die Kanizsai hielten zunächst treu zu Elisabeth, als sich jedoch das Glück immer mehr Wladislaws Partei zuneigte und die Kanizsai fürchten mussten, ihre innerungarischen Besitzungen an diese zu verlieren, schlugen sie eine unglückliche Schaukelpolitik ein, die für sie bald böse Folgen hatte.


Tschechische Söldnerbanden

Die ungarische Königinwitwe Elisabeth, die zu ihrem Schwager, Kaiser Friedrich III., nach Österreich fliehen musste, verpfändete nämlich jetzt ihre Herrschaften an der Westgrenze Ungarns an Friedrich, um Geld für ihre Söldner zu bekommen. Als Anhänger Wladislaws verloren die Kanizsai Hornstein, verpfändeten die Herrschaft aber ihrem Verwandten Georg von Pottendorf. Graf Emmerich Kanizsai blieb daher de facto Burgherr von Hornstein. Als Kaiser Friedrich III. die Burg Hornstein 1441 angriff und ein Teil der Burg von seinen Truppen eingenommen wurde, musste Emmerich um Frieden bitten. Tatsächlich zog sich Friedrich aus Hornstein zurück, dürfte jedoch tschechische Söldner als Besatzungstruppe auf der Burg stationiert haben.
Diese Söldner, die so-genannten "zebraci" - sie glichen, wie der tschechische Name schon sagt, eher zügellosen Räuberbanden als Soldaten - waren ein zweischneidiges Schwert. Zwar schützten sie die ihnen anvertrauten Gebiete gegen die Anhänger Wladislaws, doch plünderten und erpressten sie auch das Land, das sie schützen sollten, wenn die Bezahlung ihres Soldes stockte, was bei dem chronischen Geldmangel Friedrich III. oft der Fall gewesen sein dürfte. Sie entwickelten sich so allmählich zu einer Landplage für Freund und Feind und kontrollierten zeitweise weite Gebiete westlich und südlich des Leithagebirges. Selbst Ödenburg sah sich gezwungen, 1441 mit den Banden von Hornstein zu verhandeln, um die für sie wichtigen Handelswege nach Niederösterreich frei zu bekommen.

Zerstörung der Burg

1445 dürfte Kaiser Friedrich der Geduldsfaden gerissen sein. Von seinem Lager in Brodersdorf aus griff er die Burg Hornstein an und zerstörte die wichtigsten Befestigungsanlagen. Die tschechische Besatzung dürfte sich ergeben haben und durfte auf den Resten der Burg bleiben. Im Hornsteiner Urbar von 1448 werden nämlich die beiden Hauptleute Wanczeslaw und Blasko genannt, die für König Ladislaus den Zehent eintrieben. Blasko dürfte für den Bau der Vorburg, eines „Tabors“ verantwortlich sein, in dem die Söldnertruppen und ihre Beute untergebracht waren.
Auf seinem Feldzug gegen Kaiser Friedrich drang János Hunyady im Winter 1446 in unser Gebiet ein und setzte die Siedlung Hornstein in Brand, da sich die Bewohner nicht auf die zerstörte Burg flüchten konnten. Er schlug sogar sein Lager für einige Tage im Graben neben der Burg auf.
Die Burg als solche wurde nicht mehr aufgebaut, da die späteren Herren von Hornstein zum Teil in Pottendorf oder in Seibersdorf residierten, doch wurden Teile davon weiterhin bewohnt. Noch um 1647 waren auf der Burg zwei Stuben, eine Küche, Kammern, Keller und Stallungen benützt. Daneben existierte hier noch eine dem Hl. Joseph geweihte Kapelle, zu der in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts zahlreiche Wallfahrten geführt wurden.

Die Burgruine heute

Im Rahmen eines EU-Forschungsprojekts über die Befestigungen an der ungarische Westgrenze wurden 1995 mit Einverständnis der Urbarialgemeinde als Grundbesitzer archäologische Ausgrabungen auf dem Schlossberg in Hornstein durchgeführt. Bereits 1994 wurde das Plateau des Berges abgeholzt. Im gleichen Jahr wurde die geophysikalische Prospektion durchgeführt, um die Grabungskosten zu minimieren. Auch die geodätische Vermessung mit der Erstellung eines digitalen Geländemodells wurde von der Gemeinde angeordnet. In zwei Grabungskampagnen, 1995 drei Monate, 1997 vier Monate lang, wurde die Anlage im Ausmaß von 75 m x 25 m systematisch untersucht.
Jede Grabungsschicht wurde durch Foto und Zeichnung sorgfältig dokumentiert. Auch die Tiefenprofile wurden entsprechend dokumentiert. Die einzelnen Funde wurden im Planum oder Profil registriert und eingemessen. In zwei Schnitten am südwestlichen Rand und am Nordeck konnte die große Ringmauer mit einer Mauerstärke von 2,90 m ( 10 ungarische Fuß)aufgedeckt werden. Die Technik des Mauerwerks lässt eine Datierung in das späte 14. Jahrhundert zu. Der innere Mauerfuß sitzt etwa 3 m unter dem heutigen Niveau auf gewachsenem Fels auf. Der äußere Mauerfuß reicht in eine Tiefe von 5 m. Westlich des Mauerrests wurde die Ringmauer im 16. Jahrhundert für eine Toranlage ausgebrochen. In Höhe dieser Toranlage sind innerhalb der Mauer Reste von Trockenmauern zu finden, nördlich der Ringmauer verläuft parallel in 5 m Abstand eine weitere Mauer mit 3 Nischen.
Die Nordecke der Anlage wird ebenfalls durch die von einem Strebepfeiler gestützte Ringmauer bestimmt. Sie ist von außen noch bis zu einer Höhe von 7 m erhalten. Eine Bresche in ihr konnte noch nicht datiert werden. An die Ringmauer stößt innen eine Längsmauer mit Ost-West-Verlauf an. Den Funden und der Bautechnik nach datiert diese Bauphase in das 15. Jahrhundert. Nach Abholzung der Flanken des Schlossbergs zeigte sich bei Baggerarbeiten vor der angenommenen Außenschale der Ringmauer, dass die Ringmauer in größeren Bereichen massiv ausgebessert worden war. Östlich des bestehenden Turmrests wurde eine 17 m lange Mauer mit 2 Schlitzfenstern freigelegt. Die Mauer verbreitert sich von 1,9 m auf 2,3 m und zeigt in ihrem nördlichen Teil ein Portal auf, von dem noch eine abgetretene Schwelle aus Kalksandstein erhalten ist. Fundamente und Mauerreste einer kleinen rechteckigen Vorhalle zeigen in Richtung des wahrscheinlichen Burgkerns. Östlich vom bestehenden Turmrest wurden Mauern eines trapezfömigen Palas mit den Maßen 13 m x 7 m gefunden. Vor der Westecke der Ringmauer liegt in 6,5 m Entfernung ein riesiger Versturzblock, noch im Mauerverbund. An den Block sind Mauern angesetzt, von denen eine parallel zur Ringmauer verläuft; drei weitere Mauern stoßen im rechten Winkel an.
Es wurden überraschen große Mengen an Fundmaterial gefunden, 2800 Fundposten, hauptsächlich Knochen, Keramik und Schlacken, aber auch Objekte aus Metall und geringe Glasscherben. Etwa 15 % der Keramik ab dem 12. Jahrhundert ist älter als die urkundliche Nennung der Burg, 25 % ist jünger als die tradierten Zerstörungsdaten. Hauptsächlich stammt die Keramik aus dem 14./15. Jahrhundert. Bemerkenswert sind Randfragmente mit Töpferstempeln, Becherfragmente und Blattkacheln mit figuralem Dekor.

Beschläge und Beschlagnägel, Nägel, ein Hammerkopf und andere Werkzeugteile sowie Schlüssel lagen neben Knochenobjekten. Die Knochenfunde von Haustieren, Wild und Geflügel stellen überwiegend Schlachtabfälle dar. An Gegenständen aus bearbeiteten Knochen wurden ein Spielstein, ein Würfel, Beschläge für Bogen und Schaft einer Armbrust, ein Weberschiffchen, zwei kleine Vogelpfeifen und zwei Messer mit Beingriffen gefunden.
Die Glasfunde sind meist Bruchstücke von Butzenscheiben, aber auch von Flaschen und Bechern, wie Fragmente eines Kuttrolfs (Flasche mit 3-röhrigem Hals) und Glasperlen. Metallfunde sind über 50 Armbrustbolzen, Pfeileisen, Hufeisen, Teile von Trensen und Sporen, sowie Schnallen.
Wertvoller sind eine Schelle aus Bronze, ein Fingerhut aus Buntmetall, zwei kleine Ringe und ein silberner Siegelring mit achteckiger Platte und den Initialen HCF (Hans Conrad von Fürst?).
An Münzen fand man 2 Wiener Pfennige (1411-1439), einen bayrischen Pfennig (1396-1450), einen Beischlag zu einem ungarischen Denar (16. Jahrhundert) und einen Kronendenar (1385-1395).

Die Vorburg

In den Jahren 1959 und 1960 wurde die Anlage vom Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen vermessen, der dazugehörige Plan wurde 1970 verfasst. Links im Plan etwa 100 m südöstlich der Volksschule erkennt man ein Vorwerk der Wehranlage. Dieses ist heute nur noch etwa 200 m lang und besteht aus einem Vorwall, einem Graben und einem Hauptwall. Dieses Vorwerk reichte früher unten noch hinaus, wurde aber beim Bau des Hauses Graben Nr. 47 zerstört. Der Zweck des Vorwerks war, wegen des in seinem Bereich relativ flachen Geländes zwischen der oberen und der unteren Talsohle, die früher versumpft waren, ein starkes Angriffshindernis zu bilden und die eigentliche Hauptburg auf dem Schlossberg vor Überraschungsangriffen zu schützen.
Vom Vorwerk stieg das Gelände zum Schlossberg zuerst allmählich, dann steiler an. Das Burgplateau lag bereits 60 m höher, was für Angreifer in der damaligen Zeit bereits ein arges Hindernis darstellte. Am rechten Rand des Plans sind noch die Reste eines Südost-Walles eingezeichnet. Dieser war wesentlich unbedeutender als das Vorwerk, da sich dort bereits der Anstieg zu den bewaldeten Berghängen befindet und Wälder von sich aus einen Angriff erschweren. Im Zuge des Geländeabfalles zu den beiden Talsohlen verliefen Palisaden, so dass eine Art Vierecksschanze von etwa 250 m x 400 m entstand. In den Kuruzzenkriegen konnte diese Vorburg wegen ihrer Größe das Vieh der Ortsbewohner aufnehmen und auch den Menschen Schutz bieten, da die Kuruzzen als schnelle Reitertruppe bei ihren Streifzügen Belagerungen von Befestigungen mieden.

Auf der Schanz

Im Bereich des Hauses Nr. 545 (dem heutigen Haus Auf der Schanz 1) am südlichen Ortsende waren noch in den Fünfzigerjahren die Überreste eines Wachtturms und einer Schanzanlage rundherum zu sehen. Sicher ist, dass diese Anlage zumindest in der Kuruzzenzeit errichtet wurde, um die Bevölkerung vor Angriffen dieser Horden zu warnen. Ob die Anlage auf Fundamenten aus dem Mittelalter oder gar der Römerzeit errichtet wurde, lässt sich heute nicht mehr feststellen, da im Zentrum der Anlage ein Privathaus errichtet wurde.
Die Kindergärtnerin Magda Bauer hinterließ eine Skizze, leider ohne Längenangaben und ohne Jahreszahl, welche die Ausmaße der Anlage vor dem Hausbau erahnen lässt. Bei der Beschreibung der nördlichen Mauerreste ist von schönen Würfelsteinen die Rede. Frau Bauer spricht daher von einer römischen Schanze, eventuell einem ursprünglich römischem Wachtturm. Da auf dem Gelände noch keine Ausgrabungen stattgefunden haben, wäre diese Behauptung erst archäologisch zu klären. Tatsache ist, dass in der benachbarten Ried Podwornitza Funde aus der Römerzeit dokumentiert sind.

Wachtturm auf dem Kreuzberg

Laut den Berichten des Hornsteiner Chronisten Franz Raimann stand ein weiterer Wachtturm im Nordwesten der Burg auf dem Kreuzberg. Mauerreste sind noch vorhanden.