Brauchtum

Trotz der Lage inmitten deutschsprachiger Ortschaften an der ungarisch-österreichischen, später an der burgenländisch-niederösterreichischen Grenze hat sich in Hornstein das kroatische Brauchtum lange Zeit bewahrt. Erst seit 1945, seitdem sich das Burgenland und auch seine einzelnen Ortschaften immer mehr geöffnet haben, ist ein langsames, aber stetiges Zurückgehen des Brauchtums festzustellen. Wie sich das Ortsbild von Tag zu Tag ändert, so ändern sich auch Lebensweise und geistige Einstellung der Bevölkerung. Was allerdings einerseits zu einer gesunden Aufgeschlossenheit der modernen Zivilisation gegenüber führt, bringt anderseits das Absterben des ländlichen Volkstums mit sich. Die letzten schriftlichen Aufzeichnungen über das ursprüngliche Volks- und Brauchtum Hornsteins stammen aus den Jahren 1927 bis 1934, als die damaligen Lehrer an der Volksschule die Kinder dazu anhielten, Heimat- und Familienmappen anzulegen. Vieles, was man heute darin liest, ist längst verschwunden.

Tracht

Noch in den Siebzigerjahren des 20. Jahrhunderts konnte man noch so manche alte Frau mit Schürze, Umhang und dunklem Kopftuch, den Buckelkorb auf dem Rücken, durch Hornstein gehen sehen, die Zahl der Männer, die noch Fürtuch und Stiefel trugen, war bedeutend geringer. In den Zwanzigerjahren war das die Werkstracht, und selbst beim sonntäglichen Kirchgang trug der Mann das Fürtuch über dem dunklen Anzug, die Frau ein buntes Kopftuch und ein Umhängetuch. Die sogenannte kroatische Nationaltracht war allerdings auch damals nur mehr selten zu sehen. Noch ehestens bei der Fronleichnamsprozession konnte man die Männer in schwarzen Röhrenstiefeln, Lederhose, Fürtuch, dunklem Rock mit großen Knöpfen und grüner Weste mit silbernen oder goldenen Knöpfen bewundern, um den Hals ein seidenes Halstuch, einen runden, schwarzen Hut mit grünem Band und wippender Feder auf dem Kopf.
Die Frau trug ebenfalls schwarze Röhrenstiefel, einen kurzen blau-roten oder grün-roten Rock, eine schwarze Seidenschürze, ein weißes Hemd mit Spitzenärmeln, einen bunten Kaschmirschal um den Hals; von einem Arm zum andern führte ein blaues oder rotes Band, ein anderes Band schlang ein einfaches Kreuz um den Hals der Trägerin. Auf dem Kopf trug sie ein Kopftuch oder ein buntes Band, das ihre Zöpfe zusammenhielt.
Die Seidenbandfabrik, in welcher bis in die Achtzigerjahre eine Vielzahl von Hornsteinerinnen und Hornsteinern beschäftigt war, hat das kulturelle Leben und das Brauchtum im Ort nachhaltig beeinflusst. So waren sogar die Hornsteiner Rekruten in der Monarchie mit farbenfrohen Seidenmaschen geschmückt.

Lebensabschnitte

Alle Lebensabschnitte des Menschen der damaligen Zeit von seiner Geburt bis zum Tode waren untrennbar mit alten Bräuchen verbunden. Taufe, Kommunion und Firmung weichen als rein kirchliche Familienfeste nicht wesentlich von den kirchlichen Bestimmungen ab, enthielten daher wenig eigenständiges ortsbezogenes Brauchtum.
Die Erstkommunion war früher immer ein Gemeinschaftsfest. Dies äußerte sich nicht nur in den fotografischen Gruppenaufnahmen der Kommunionkinder vor dem Forsthaus oder vor der Kirche, sondern auch beim gemeinsamen Umgang im Rahmen der Fronleichnamsprozession.
Die Firmung führte zu einer engen familiären Bindung zwischen dem Firmpaten und dem Firmling. Den Auftakt bildete das „Ausführen“ des Firmlings; selbst in der Zeit des Zweiten Weltkriegs war ein Wienausflug keine Seltenheit.
Die kroatische Hochzeit hatte einen besonders traditionsreichen Ablauf. Zwei Wochen vor der Hochzeit luden Braut und Bräutigam die Gäste. Die Hochzeit selbst wurde im Haus der Braut gefeiert. Konnte ein Mädchen noch „weiß“ heiraten, hängten ihm seine engsten Freundinnen am Tage nach dem Aufgebot einen Kranz (venac) ins Schlafzimmer. Er bestand aus bunten, 120 – 150 cm langen, teilweise mit Rosmarinzweigen geschmückten, bunten Seidenbändern, die von einem gemeinsamen Knoten aus wie eine Glocke über einen Reifen (Durchmesser ungefähr 30 cm) fielen, also einen Raum einschlossen, in dem eine Puppe hing. Zu diesem Kranz wurden oft über 200 m Seidenbänder verwendet. Die Wochen vor der Hochzeit blieb er im Schlafzimmer hängen und wurde von der Braut voll Stolz den Verwandten und Bekannten gezeigt. Am Festtag selbst wurde er über dem Brautsitz befestigt und blieb bis zur Mitternacht, bis zum „Kranzel-Abtanzen“ dort hängen.


Eine Musikkapelle holte den Brautführer (stačilo), die Kranzeljungfer (potprnja), die Beistände, die Patin (mlada snaha), die Brautmutter, den Bräutigam und schließlich die Braut ab. Die Brautmutter trug ein großes Beugel, der später am Hochzeitsabend vom Brautpaar auseinander gerissen wurde. Wer das größere Stück in der Hand behielt, war Herr im Haus. Am Weg zur Kirche und während der Trauung ertönten Böllerschüsse. Kam der Bräutigam aus einer anderen Ortschaft, so wurde vor dem Brautpaar nach der Trauung eine Schnur gespannt und "Maut" kassiert. In der Nähe des Hauses der Braut kamen kostümierte Hochzeitsnarren (dedi) dem Zug mit den Berufsabzeichen des Bräutigams entgegen. Vor der Haustür spielte sich ein Scheinstreit ab. Eine Tafel mit der Nummer drei ("da gehn wir vorbei") vermehrte dem Festzug den Eintritt ins Haus. Erst nach längerem Verhandeln wurde die Tafel umgedreht und die Nummer neun ("da gehen wir hinein") gezeigt. Im Hof wurden drei Stücke getanzt, dann, nach nochmaliger Ladung der Gäste durch das Brautpaar, begann der Hochzeitsschmaus.
Die Speisenträgerinnen, unverheiratete Freundinnen der Braut, sangen Spottlieder auf einzelne Hochzeitsgäste:
Siromah stačilo sidi koto starac, Armer Brautführer, er sitzt da wie ein Greis,
Moglo bi ga sram bit, kad je Vorištanac. Vielleicht geniert er sich, weil er ein Hornsteiner ist.
Der Angesprochene erwiderte:
Tia vežnje divojke, sad bi si jačile, Diese Küchenmädchen, jetzt möchten sie singen,
Kad su se na veži dost mesa najile. Weil sie in der Küche genug Fleisch gegessen haben.
Die Köchin (kuharica) ließ beim Auftragen einen großen Teller fallen: je mehr Scherben es gab, desto glücklicher sollte das Paar werden.

Ein für die Ehegründung wesentlicher Brauch war das „Rodi, Bože, rodi“, die Geschenkübergabe der Hochzeitsgäste an das Brautpaar, wobei sich im Laufe der Jahre immer mehr das Bargeldgeschenk durchsetzte. Dieses Ritual wurde von einem der beiden Trauzeugen fortgeführt, indem er auf künftige Ausgaben der jungen Eheleute aufmerksam machte, wie auf Einrichtungsstücke, Kinderwagen und ähnliche Notwendigkeiten und zum Spenden aufrief. Die gespendeten Geldscheine wurden in einem Hut gesammelt. Abschließend wurde noch für die Köchin und das Servierpersonal gesammelt.
Um Mitternacht erfolgte der Ehrentanz. Die Braut tanzte mit allen Verwandten, zuletzt mit dem Bräutigam. Anschließend wurde der Brautkranz abgenommen und verbrannt. Eine helle Flamme bedeutete Glück, Rauch war ein böses Vorzeichen. Sodann wurde die Braut auf einen Stuhl gesetzt und ihr als Zeichen ihrer neuen Aufgabe ein Kopftuch umgebunden. Der Bräutigam erhielt Hut, Pfeife und Stock als Zeichen der Manneswürde. Der Brauch des Bandlkranzes konnte bisher in keinem anderen Orte des Burgenlandes festgestellt werden. Während der Brautkranz selbst, eventuell auch die Puppe als Symbol für den Nachwuchs in der Ehe, eine Tradition aus der alten Heimat sein mag, ist zu überlegen, ob nicht durch das Bestehen der Hornsteiner Seidenbandfabrik die Ausstattung mit Seidenbändern entwickelt wurde.

Lokal Eigenständiges kann vielleicht im Brauchtum rund um den Todesfall gefunden werden. Am Lager des Sterbenden wurde die Todeskerze entzündet. Nach seinem Tode wurden ihm die Augen zugedrückt, Spiegel und Fenster mit schwarzen Tüchern verhängt. In den Sarg wurden zahlreiche Kerzchen und Heiligenbildchen gelegt. In vielen Familien war es üblich, Bilder vom im Sarg aufgebahrten Toten als Erinnerungsfotos anfertigen zu lassen. Der Tote blieb 48 Stunden im Hause, Männer und Frauen hielten abwechselnd betend die Totenwache. Bei einem Begräbnis einer bekannten Persönlichkeit führte der Kantor das „spričanje“ aus, einen Gesang, bei welchem er in der Ich-form den Toten zu seiner Familie sprechen ließ. Nach dem Begräbnis wurde im Sterbehaus gebetet und der Totenschmaus abgehalten.
Beim Begräbnis eines unverheirateten Jugendlichen, der noch keine feste Beziehung hatte, führten die „weiße“ und die „schwarze“ Braut den Leichenzug an.
Im Zweiten Weltkrieg dienten Hausaltäre dem Gedenken an die Gefallenen, die in fremder Erde begraben worden waren.

Traditionen im Jahreskreis

Heute noch gibt es das Neujahrswünschen. Kinder ziehen von Haus zu Haus und wünschen viel Glück. Buben sind besonders glücksbringend, alte Frauen dürfen am Neujahrsvormittag nicht aus dem Haus, weil sie Unglück bringen. Das Dreikönigssingen ist ein alter Brauch, der allerdings in den letzten Jahren wieder aufgefrischt werden musste.
Zu Maria Lichtmess werden in den Bauernhäusern die ersten Krapfen gebacken, damit kein Unkraut im Getreide wächst. Gelingen die Krapfen, so wird es eine gute Ernte geben.
Am Faschingssonntag werden wiederum Krapfen gebacken. Der Faschingsumzug - auch ein alter Brauch - findet leider nur mehr selten statt. Früher dauerte der Fasching drei Tage, erst am Aschermittwoch wurde er feierlich begraben.

Am Palmsonntag werden die Palmkätzchen geweiht. In jeden Raum des Hauses wird ein Zweig gesteckt. Außerdem werden geweihte Palmkätzchen bei Gewitter als Blitzschutz verbrannt. Zwei Tage vor der Auferstehung verstummen die Glocken und die Ratschenbuben ziehen durch die Gassen. Zu Ostern werden Eier bunt gefärbt und an die Kinder verschenkt, die damit Eierpecken spielen. Noch vor etlichen Jahren zogen die Hirten mit Peitschenknall durch die Straßen und erhielten Ostergaben von der Bevölkerung. Vereinzelt erhalten hat sich noch der Brauch des Maibaumsetzens. Am Vorabend des ersten Mai setzte jeder Bursch seiner Auserwählten einen mit bunten Bändern geschmückten Maibaum aufs Dach.
Heute wird am Vorabend es 1. Mai auf der Reitschule ein großer Maibaum aufgestellt, der diese alte Tradition noch ein wenig in Erinnerung bringt.
Zu Fronleichnam wird der Weg, den die Prozession nehmen wird, mit Gras und Wiesenblumen markiert. Die 4 Altäre stehen traditionell seit Jahrhunderten an denselben Stellen, zwei davon sind als Hausaltäre in Hauseinfahrten untergebracht. Entlang des Umgangs werden kleine Birkenbäumchen aufgestellt. Auch die Kirche ist mit Birken geschmückt. Beim Schmuck der Kirche zu Fronleichnam werden heute noch an den Birkenbäumchen am Rande jeder Sitzreihe kleine Blumensträuße mit Bändern aus der Seidenbandfabrik befestigt, also auch hier der Einfluss des Produkts ins Brauchtum zu finden ist.
Zur Sommersonnenwende wird auf einer Anhöhe das Johannisfeuer entzündet, die Burschen und Mädchen versammeln sich um das Feuer und springen über die Glut. Die zwei Hornsteiner Kirtage (Annenkirtag und Marienkirtag) waren früher Höhepunkte des Jahres und des Dorflebens. Die Burschen trieben Schabernack, hängten Haustore aus und schleppten Leiterwagen auf Dachfirste. Dann tobten sie sich noch bei den Tanzveranstaltungen aus. Raufereien waren an der Tagesordnung.
Eine alte religiöse Tradition stellten die sommerlichen Fußwallfahrten dar. Die Wallfahrt in die Bergkirche nach Eisenstadt, nach Loretto am Marienfeiertag im August sowie die Fußwallfahrt nach Maria Zell waren die Höhepunkte.
In Maria Zell wurde der Gnadenaltar dreimal auf den Knien umrundet. Nach der Rückkehr wurden die Wallfahrer auf der Zwika erwartet und in einer Prozession mit einer Marienstatue zur Kirche geleitet.
Zu Allerheiligen werden heute noch Heiligenstriezel gekauft und an die Kinder der Verwandtschaft verschenkt. Am 6. Dezember laufen die Krampusse in Furcht erregenden Verkleidungen herum und schrecken kleine und große Mädchen. Heute werden sie allerdings bereits oft vom Nikolaus begleitet.
Schon am Barbaratag wird Weizen in einem Teller "angebaut". Bis zum Weihnachtsabend ist er so gewachsen, dass ein brennendes Öllicht in die Tellermitte gestellt werden kann und für die arme Seelen brennt. Der Christbaum wurde noch in den Fünfzigerjahren besonders farbenfroh mit Bäckerei, Süßigkeiten und Schmuck behangen. Auf dem Tisch lagen das Weihnachtsbeugel, ein Laib Brot, Äpfel, Nüsse, Getreidekörner, ein Gebetbuch und ein Rosenkranz. Wenn der erste Stern am Himmel erscheint, ging der Hausherr mit einem Räuchergefäß von Raum zu Raum, um das Haus zu segnen und Blitzschlag abzuwenden. Erst anschließend durfte Licht gemacht werden. Nach dem Gebet eines Vaterunsers kam es zur bescheidenen Bescherung von Kleidungsstücken und Spielsachen.

Erzählungen

Noch vor zehn, fünfzehn Jahren trafen sich fast jeden Winterabend Frauen in Scheunen, um Kukuruz zu entblättern und zu rebeln, oder in warmen Küchen, um Federn zu schleißen. Das waren die Mittelpunkte des Dorftratsches, aber auch die Vermittler der lokalen Traditionen. Einige Erzählungen beschäftigen sich mit der Namengebung Hornsteins: So erzählt man sich, dass einst zwei Wanderer an einer Quelle am Ortsrand auf einem großen Stein gesessen seien und mit ihren Trinkhörnern dem Ort den Namen gegeben hätten. Eine andere Erzählung besagt, dass während eines Krieges ein tapferer Trompeter sein Horn auf einem Stein vergessen habe, daher komme der Name. Die dritte Deutung ist die, dass ein Hirtenknabe eine versteinerte Muschel in einem Kalkstein entdeckt habe und sie für ein Horn im Stein gehalten habe. Eine zweite Gruppe der Erzählungen befasst sich mit der Burg. Ein beliebtes Motiv ist der unterirdische Gang von Hornstein nach Eisenstadt oder nach Loretto. Man erzählt sogar von einer breiten unterirdischen Straße, auf der die Schwarze Frau spukt. Sie soll aber auch in der noch vorhandenen Ruine spuken.


Hexengeschichten

Viele alte Leute behaupten heute noch von der oder jener, sie sei eine Hexe. Die letzte in den Vierzigerjahren allseits bekannte Hexe soll Teta Bare Ruisslova im Siget gewesen sein. Sie ging ganzjährig barfuß und soll vor Beginn eines Sommerregens bereits mit Korb und Regenschirm in den Wald gegangen sein, um Pilze zu pflücken. In früheren Jahren war dieser Aberglaube noch viel mehr vertreten. Einige dieser Geschichten seien hier stellvertretend für die ungeheure Menge an Hexengeschichten erzählt.
Auf seinem Nachhauseweg vom Gasthaus sah ein Mann eine Hornsteinerin auf einer glühenden Kugel daherschweben. Kurz vor Mitternacht erschien sie auch in seinem Zimmer und setzte sich auf seine Brust. Hätte es nicht bald zwölf geschlagen, so hätte sie ihn erdrückt.
Ein anderer Mann ging nachts von Pottendorf nach Hause. An der Grenze beobachtete er einige Hornsteiner Mädchen, die ausgelassen miteinander tanzten. Eines der Mädchen brach sich dabei eine Rippe, ein anderes setzte ihr dafür einen Fliederbuschzweig als Rippe ein. Tags darauf traf der Mann das Mädchen und sprach es mit den Worten "Was ist, du Mädchen mit der Fliederbuschrippe?" an. Drei Tage später war er tot.
Ein Kutscher fuhr absichtlich über einen Kehrrichthaufen einer alten Frau. Sie drohte ihm und kam auch tatsächlich als Hexe um Mitternacht in sein Zimmer. Hätte er nicht schnell ein Kreuz gemacht, so hätte sie ihn erwürgt.
Ein Nachtwächter hatte gehört, dass jede Nacht eine Hexe aus einem Grab im Friedhof steige. Neugierig begab er sich auf den Friedhof, wo er im Turm der Kapelle zwölf Uhr läuten musste, und wartete. Um elf stieg die Hexe aus einem Grab, legte ihre beiden Strümpfe darauf und verschwand. Der Nachtwächter schlich ans Grab und nahm einen Strumpf mit sich auf den Turm. Als kurz vor zwölf die Hexe wieder kam und den zweiten Strumpf nicht finden konnte, versuchte sie, beide Beine in einen Strumpf zu stecken. Der Nachtwächter lachte so laut, dass sie ihn hörte. Sie kletterte auf den Turm, wo ihr der Nachtwächter schnell den Strumpf zuwarf und zu läuten begann. So rettete er sein Leben.
Die zwei Pferde eines Bauern waren morgens immer schweißgebadet. Daher versteckte sich der Knecht nachts im Stall. Kurz vor Mitternacht kam eine Hexe, als der Knecht aber Licht machte, verwandelte sie sich in ein Pferd. Am Morgen führte es der Knecht zum Schmied und ließ es beschlagen. Als der Knecht aber am Morgen darauf wieder in den Stall kam, lag statt des Pferdes eine Hornsteinerin, mit Hufeisen beschlagen, tot vor der Krippe.
Die alten Leute erzählen auch, dass am Ende der Welt ein Hexenturm stehe, dort wohne eine Hexe, die nähe an einem riesigen Hemd, jedes Jahr einen Stich. Wenn der letzte Stich getan sei, so ginge die Welt unter. Nach vielen Jahren werde aus all den Bergtälern rund um Hornstein plötzlich so viel Wasser fließen, dass der Ort völlig vernichtet werde.
Als Schutz gegen Hexen wurden die verschiedensten Mittel angepriesen, wie z. B. Grieß im Zimmer streuen, Kreuzzeichen machen, ein Messer vor die Tür legen oder die Tür mit dem Hexenstern bezeichnen. Man dürfe einer alten Frau, die morgens um Salz käme, keines geben, sie sei eine Hexe. Auch Frauen, die am Neujahrstag als erste in ein Haus kämen, seien Hexen, und man dürfe sie nicht ins Haus lassen, weil sie Unglück brächten.